Bereits im Juni 2025 hat sich der Gemeinderat intensiv mit der finanziellen Zukunft der Gemeinde auseinandergesetzt. Gemeinsam mit der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) wurde die Entwicklung des Gemeindehaushalts bis ins Jahr 2040 analysiert. Dies vor dem Hintergrund, dass in absehbarer Zeit wesentliche Investitionen anstehen, insbesondere in den Schulanlagen und beim Schwimmbad. Diese Investitionen sind wichtig für die Weiterentwicklung der Gemeinde, stellen den bisher gesunden Finanzhaushalt aber vor neue Anforderungen.

Verschiedene Szenarien als Grundlage

PwC erarbeitete ein Finanzmodell, das anhand von vier Szenarien aufzeigt, wie sich die finanzielle Situation der Gemeinde bis 2040 entwickeln könnte. Dabei werden unterschiedliche Annahmen zur Ertragsentwicklung sowie zum Umfang und Zeitpunkt der geplanten Investitionen berücksichtigt.
In die Berechnungen flossen zahlreiche Grundlagen ein: unter anderem die bisherigen Jahresrechnungen, Budgets, Finanz- und Steuerpläne sowie geplante Projekte. Auch die Liegenschaftenstrategie wurde einbezogen, da sie die künftigen Einnahmen der Gemeinde wesentlich beeinflussen kann. Das Modell zeigt damit auf, wie sich politische Vorhaben und finanzielle Möglichkeiten aufeinander abstimmen lassen.

Kennzahlen schaffen Orientierung

Anfang September 2026 schloss der Gemeinderat die aktuellen Arbeiten am Finanzplan mit einem Workshop erneut unter fachlicher Unterstützung von PwC ab. Dabei wurden wichtige finanzielle Kennzahlen festgelegt beziehungsweise aktualisiert. Sie dienen dem Gemeinderat künftig als Kontroll- und Steuerungsinstrument, insbesondere während der anstehenden intensiven Investitionsphase.
Die Kennzahlen geben beispielsweise vor, wie hoch die Verschuldung maximal sein soll oder wie viel Eigenkapital mindestens erhalten bleiben muss. Werden diese Richtwerte über- oder unterschritten, zeigt dies, dass Handlungsbedarf besteht und entsprechende Massnahmen geprüft und umgesetzt werden müssen.

Ausgewogen und vorausschauend handeln

Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne Kennzahl, sondern das Zusammenspiel verschiedener Werte. Sie bilden gemeinsam den finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde ab. Ziel ist es, mit geeigneten Massnahmen die langfristige finanzielle Stabilität zu sichern und gleichzeitig die notwendigen Investitionen zu ermöglichen.
Damit die Finanzstrategie ein wirksames Steuerungsinstrument bleibt, wird sie jährlich überprüft und mit den aktuellen Zahlen abgeglichen. So kann der Gemeinderat frühzeitig auf Veränderungen reagieren und die finanzielle Entwicklung der Gemeinde Wittenbach vorausschauend gestalten.
An der Bürgerinformation vom 16. November 2026 wird die Finanzplanung zusammen mit den erarbeiteten Kennzahlen präsentiert.