In den Quartieren nahe dem Waldgebiet Peter und Paul werden seit einiger Zeit vermehrt Füchse beobachtet. Die Tiere streifen auch tagsüber durch Wohngebiete, durchqueren Gärten und ziehen dort teilweise ihre Jungen auf. Während manche Anwohner*innen die Begegnungen mit den Wildtieren spannend finden, sorgen sie bei anderen für Unbehagen. Insbesondere dann, wenn Füchse in unmittelbarer Nähe von Menschen auftauchen oder auf Nahrungssuche Hühner, Kaninchen oder Meerschweinchen gefährden.
Warum sich Füchse wohlfühlen
Füchse sind sehr anpassungsfähige Wildtiere. Wie das Merkblatt des kantonalen Amtes für Natur, Jagd und Fischerei festhält, bewohnen Füchse alle Arten von Lebensräumen, auch Siedlungen. Dort finden sie Nahrung, Rückzugsorte und geeignete Plätze für die Jungenaufzucht. Dass Füchse heute vermehrt auch tagsüber beobachtet werden, ist nicht ungewöhnlich. Besonders während der Aufzuchtzeit im Frühjahr sind Muttertiere und Jungfüchse häufiger unterwegs und entsprechend sichtbarer. Das bestätigt auch der regionale Wildhüter Mirko Calderara . Für ihn ist aber auch klar: „Ein Teil der Wittenbacher Füchse wird gefüttert, wodurch die Tiere immer zutraulicher werden.“ Der Wildhüter und die Jagdgesellschaft Wittenbach haben sich dem Fuchsthema in Wittenbach angenommen. Von heute auf morgen kann das Problem aber nicht gelöst werden.
Was Anwohner*innen tun können
Calderara appelliert deshalb auch an die Anwohner*innen: „Bitte füttern Sie die Tiere nicht.“ Weiter wird empfohlen, keine offenen Futterquellen bereitzustellen, Kompost abzudecken, Abfallsäcke erst am Abfuhrtag nach draussen zu stellen und Haustiere nur im Haus zu füttern. Zum Schutz von Hühnern, Kaninchen und anderen Kleintieren ist ein fuchssicherer Stall oder Gehege notwendig. Zudem sollten mögliche Unterschlüpfe unter Gartenhäusern, Terrassen oder Schuppen verschlossen werden. Zeigt ein Fuchs wenig Scheu oder hält sich regelmässig auf einem Grundstück auf, sollte er konsequent vertrieben werden. Durch Lärm wie Händeklatschen oder einen Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch sollen die Tiere lernen, wieder Abstand zum Menschen zu halten.
Mit Hygiene Fuchsbandwurm vorbeugen
Die Gefahr für Menschen ist sehr gering. „Füchse meiden die direkte Begegnung und greifen Menschen nicht an“, erklärt Calderara. Wie andere Wildtiere können sie jedoch auch Krankheiten und Parasiten übertragen. Besonders bekannt ist der Fuchsbandwurm, der hauptsächlich über verunreinigte Nahrung durch Fuchskot übertragen wird. Daher sollen grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden. Auch das kantonale Merkblatt empfiehlt: Nach der Gartenarbeit die Hände gründlich zu waschen, Beeren, Gemüse und Obst sorgfältig zu reinigen.
„Wildtiere sollen Wildtiere bleiben“, fasst Wildhüter Mirko Calderara zusammen. „Wenn wir ihnen keine Nahrung anbieten und sie konsequent verscheuchen, behalten sie ihre natürliche Scheu und genau das ist für Mensch und Tier die beste Lösung.“


