Warum muss das Schwimmbad neu organisiert werden?
Dazu muss ich etwas ausholen. Vor rund 50 Jahren erstellte die Schwimmbadgenossenschaft Sonnenrain das Schwimmbad und übernahm dessen Betrieb. Die Gemeinde stellte das Grundstück zur Verfügung und beteiligte sich finanziell am Betrieb. Nach Ablauf des Baurechts ging die Anlage 2021 in den Besitz der Gemeinde über. Die Genossenschaft führte den Betrieb im Rahmen einer Leistungsvereinbarung weiter. Bereits damals war eine die Organisation als Gemeindebetrieb ein Thema, deshalb sah die Leistungsvereinbarung eine Überprüfung nach vier Jahren vor. Diese Überprüfung hat gezeigt, dass ein Gemeindebetrieb entscheidende Vorteile bietet. Gleichzeitig stehen beim Schwimmbad in den kommenden Jahren grössere Investitionen an. Deshalb ist aus unserer Sicht jetzt der richtige Zeitpunkt für den Wechsel.
Welche Vorteile bring die neue Organisationsform?
Die Gemeinde beteiligt sich bereits heute wesentlich an der Finanzierung des Schwimmbads. Mit dem Wechsel zum Gemeindebetrieb können wir dessen Entwicklung künftig direkt steuern und Entscheidungen aus einer Hand treffen. Gleichzeitig übernehmen wir damit auch die Verantwortung für den Betrieb. Auch organisatorisch bietet die neue Lösung Vorteile: Aufgaben können besser mit den bestehenden Strukturen der Gemeinde verbunden werden. Dadurch lassen sich Ressourcen und Fachwissen nutzen und Abläufe vereinfachen. Wichtig ist auch, dass die Schwimmbadgenossenschaft die Überführung unterstützt. Ihre Mitglieder haben die Auflösung der Genossenschaft per Ende 2026 einstimmig beschlossen.
Warum beträgt der Kredit 1.1 Mio. Franken, wenn bisher nur 470'000 Franken bezahlt wurden?
Die Stimmbevölkerung muss über die gesamten Ausgaben des Schwimmbades entscheiden, weil mit dem Gemeindebetrieb künftig die gesamten wiederkehrenden Betriebsausgaben und -einnahmen über die Gemeinde laufen. Diese gesamten Ausgaben betragen 1.1 Mio. Franken. Werden davon die Einnahmen abgezogen, bleibt der Betrag, für den die Gemeinde tatsächlich aufkommt. Und dieser liegt in der gleichen Grössenordnung wie bis anhin. Kurz gesagt: Der Aufwand für die Gemeinde bleibt mit der neuen Organisationsform unverändert.
Beim Schwimmbad stehen grössere Investitionen an. Was bedeutet das?
Die Schwimmbadanlage ist bereits heute im Besitz der Gemeinde. Unabhängig davon, ob das Schwimmbad künftig durch die Gemeinde betrieben wird, müssen notwendige Investitionen finanziert und über die Jahre abgeschrieben beziehungsweise amortisiert werden. Das ist grundsätzlich nicht anders als bei anderen Investitionen der Gemeinde. Der Wechsel der Organisationsform hat auf die Finanzierung dieser Investitionen keinen Einfluss.
Welchen Einfluss hat die Vorlage auf das aktuelle Angebot des Schwimmbades?
Für die Badegäste ändert sich durch den Wechsel nichts. Das heutige Angebot, die Öffnungszeiten und die Eintrittspreise bleiben bestehen. Erst im Zusammenhang mit der künftigen Sanierung wird auch das bestehende Angebot analysiert. Die Vorlage betrifft in erster Linie die Organisation und Führung des Schwimmbads, nicht das Angebot für die Besucher*innen.
Was würde eine Ablehnung der Vorlage bedeuten?
Bei einem Nein müsste geklärt werden, wie der Betrieb ab 2027 organisiert und finanziert werden kann. Die heutige Leistungsvereinbarung läuft Ende 2026 aus und die Schwimmbadgenossenschaft wird per Ende 2026 aufgelöst. Die bisherige Grundlage für den Betrieb fällt damit weg. Ein Nein zur Vorlage wäre deshalb nicht einfach eine Entscheidung gegen die neue Organisationsform. Es würde vielmehr eine neue Ausgangslage schaffen, für die eine andere Lösung gefunden werden müsste. Der Gemeinderat versteht die Überführung in den Gemeindebetrieb als klares Bekenntnis zum langfristigen Erhalt des Schwimmbads und empfiehlt deshalb, der Vorlage zuzustimmen.
Neue Organisation, bewährtes Angebot
| Wittenbach
| 08.09.26
Die Gemeinde Wittenbach will das Schwimmbad Sonnenrain per 1. Januar 2027 in einen Gemeindebetrieb überführen. Am 27. September stimmen die Stimmberechtigten über den dafür notwendigen wiederkehrenden Kredit ab. Gemeindepräsident Peter Bruhin erklärt im Gespräch, warum die Organisation geändert werden soll, weshalb über 1,1 Millionen Franken abgestimmt wird oder was sich für die Badegäste ändert.
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