10. Februar 2026
In Wittenbach ist eine Olympiateilnehmerin zu Hause: Lydia Mettler. Die 29-jähige Sportlerin hat 2022 von Langlauf auf Biathlon gewechselt, ist im März letzten Jahres Mutter geworden und schaffte wenige Monate später die sportliche Rückkehr auf internationales Topniveau. Als Ersatz in der Frauenstaffel reist sie an die olympischen Spiele nach Italien.
Lydia Mettler, was bedeutet Ihnen die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2026?
Als ich selektioniert wurde, ist mir ein enormer Stein vom Herzen gefallen. Nach dem Wechsel vom Langlauf zum Biathlon vor vier Jahren war es mein grosses Ziel, an den Olympischen Spielen 2026 dabei zu sein. Mit der Schwangerschaft war aber unklar, ob ich nachher wieder auf internationalem Niveau mithalten kann. Die Qualifikation für Olympia ist enorm anspruchsvoll: Ich musste es innert kurzer Zeit in den Weltcup zurückschaffen und mich dort unter den Top 25 behaupten. Danach entscheidet der Verband und Swiss-Ski, wer mitdarf – das sind im Biathlon maximal fünf Athletinnen. Deshalb bin ich schon sehr stolz, dass ich selektioniert bin. Es ist für mich in erster Linie zweitrangig, ob ich mit Startnummer laufe oder als Ersatz dabei bin.
Im letzten Jahr noch Babypause, jetzt Olympia – wie haben Sie das geschafft?
Es war eine grosse Herausforderung nach der Schwangerschaft, der Geburt und dem Mami-sein in den Spitzensport zurückzukehren. Aber ich wusste schon während der Schwangerschaft, dass ich Wettkämpfe machen will, habe mich körperlich darauf vorbereitet und auch gemerkt, wie die Laufform zurückkommt. Es gibt inzwischen verschiedene Sportlerinnen, die nach der Schwangerschaft zurück an die Weltspitze gefunden haben – an ihnen habe ich mich orientiert.
Wie gelingt der Spagat zwischen Muttersein, Beruf und Spitzensport?
Gemeinsam mit meiner Familie und meinem Arbeitgeber habe ich vieles früh organisiert. Mein Mann, unsere Familien und besonders die Grosseltern helfen enorm mit. Ohne diese Unterstützung wäre es unmöglich. Hilfe von anderen annehmen forderte mich jedoch stark heraus und das musste ich erst lernen. Ich war es gewohnt, Hürden alleine zu meistern. Das ist in dieser Situation nicht mehr möglich. Beruflich arbeite ich beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, das Spitzensportlerinnen eine spezielle Anstellung anbietet. Von Oktober bis April bin ich freigestellt und kann so an den Wettkämpfen teilnehmen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Es sind Ihre dritten Olympischen Spiele. Mit welchen Erwartungen gehen Sie dieses Mal?
Wenn ich nicht als Ersatz gebraucht werde, stehe ich am Streckenrand und feure mein Team an. Ich werde Olympia 2026 viel bewusster erleben können. 2018 in Pyeongchang war ich extrem auf meine Leistung fokussiert, 2022 in Bejing stand alles im Zeichen von Corona. Olympische Spiele haben ihren ganz eigenen Charakter: Ein Wettkampf, der nur alle vier Jahre stattfindet und an dem nur die auserlesenen Spitzenathleten der Nationen antreten. Diesmal habe ich die Möglichkeit die Spiele als Ganzes wahrzunehmen, die besondere Stimmung zu erleben, die Atmosphäre aufzusaugen – auf das freue ich mich.
Sie haben vom Langlauf zum Biathlon gewechselt. Warum?
Ich brauchte sportlich etwas Neues und spielte sogar mit dem Gedanken aufzuhören. Aber ich war noch nicht am Leistungslimit. Der Biathlon hat mich schon lange fasziniert. Diese Sportart ist mental extrem anspruchsvoll. Am Schiessstand spielt sich das Meiste zwischen den Ohren ab – also im Kopf. Das Zusammenspiel von Ausdauer und Präzision reizt mich sehr.
Sie sind vor vier Jahren vom Glarnerland in Wittenbach gelandet. Wie kommt das?
Durch die Liebe. Mein Mann stammt aus der Region Gossau, seine Familie lebt hier in der Gegend. Es war klar, wenn ich mit dem Spitzensport weitermachen will, muss ich in seine Region ziehen. Auch wenn ich die Berge aus dem Glarnerland vermisse – Wittenbach ist für uns ein guter Lebensmittelpunkt geworden.
Lydia Mettler im Interview von Isabel Niedermann
Zwischen Babyglück und Olympiafieber - Lydia Mettler
| Wittenbach
| vor 13 Stunden
Wittenbach - News aus der Gemeinde: Die Wittenbacherin und Biathletin Lydia Mettler nimmt in diesen Tagen in Italien an ihren dritten Olympischen Winterspielen teil – diesmal als Ersatz in der Frauenstaffel. Im Interview erzählt die 29-Jährige unter anderem über ihre Olympia-Teilnahme, den Wechsel zum Biathlon und die Rückkehr an die Weltspitze nach ihrer Schwangerschaft.

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