Am vergangenen Samstag feierte der Verein sein 125-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsanlass in der Aula des OZ Grünau. Über 120 Gäste folgten der Einladung, genossen ein feines Mittagessen des Catering-Teams der obvita und liessen sich von Comedian Hanspeter Krüsi bestens unterhalten. Neben dem gemütlichen Zusammensein durfte dabei auch der Blick zurück auf die lange Vereinsgeschichte nicht fehlen.

Geselligkeit als Gründungsidee

Die Geschichte des heutigen Vereins 60plus begann am 31. Januar 1901. Damals gründeten 13 Männer den Veteranen-Verein Wittenbach. Die Chronik zum 100-Jahr-Jubiläum zeigt, dass sich die Beweggründe der Gründer überraschend wenig von den heutigen unterscheiden. Als Vereinszweck wurde bereits damals die «Pflege der Geselligkeit und Gemütlichkeit» festgehalten.
Dass ein solcher Verein vor 125 Jahren entstand, erstaunt auch den heutigen Präsidenten Bernhard Bölli: «Wittenbach zählte damals knapp 1900 Einwohner*innen. Eigentlich kannte jeder jeden. Umso bemerkenswerter ist es, dass man schon damals erkannte, wie wichtig Gemeinschaft und Austausch sind.»

Vom Veteranen-Verein zum Verein 60plus

In den ersten Jahrzehnten gehörten Vorträge fest zum Vereinsleben. Landwirtschaftliche, geschichtliche oder altersbezogene Themen standen im Mittelpunkt. Die Chronik erzählt aber auch von Begebenheiten, die heute zum Schmunzeln anregen: So beschlossen die Mitglieder 1923 an einer schwach besuchten Hauptversammlung, unentschuldigtes Fernbleiben mit einem Franken zu büssen.
Mit den Jahrzehnten wandelte sich das Vereinsleben. Ab den 1950er-Jahren gewannen Ausflüge, Jassnachmittage, Kegelrunden und humorvolle Unterhaltungsanlässe an Bedeutung. Als wichtiger Entwicklungsschritt wurden 1989 auch Frauen als Mitglieder aufgenommen. Gemäss der Chronik kam es zwar zu einigen Austritten, doch die Mitgliederzahl stieg von 90 auf 161 Personen. Eine Anpassung des Namens erfolgt jedoch erst 2008. Aus dem Veteranen-Verein wurde der Seniorenverein Wittenbach. Sechs Jahre später kam es zur Umbenennung in 60plus. Der Name änderte sich, der Grundgedanke blieb derselbe.

Gemeinschaft gegen Einsamkeit

Eine grosse Herausforderung der jüngeren Vereinsgeschichte war die Coronapandemie. Das Vereinsleben kam 2020 praktisch zum Erliegen. «Die Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wertvoll persönliche Begegnungen sind und wie sehr sie den Menschen gefehlt haben», erinnert sich Bölli. Dank des Engagements des Vorstands konnten die Aktivitäten nach und nach wieder aufgenommen werden.
Der Verein bietet heute ein vielseitiges Jahresprogramm mit Wanderungen, Besichtigungen, Ausflügen und dem monatlichen Treffpunkt im Bits. Der gesellschaftliche Aspekt steht dabei weiterhin im Mittelpunkt. «Wir schaffen Gelegenheiten, bei denen Menschen zusammenkommen und Freundschaften pflegen können», sagt Bölli. Damit leistet der Verein auch einen wichtigen Beitrag gegen Einsamkeit im Alter.

Bewährtes Fundament für die Zukunft

Heute zählt der Verein rund 160 Mitglieder. «Gemessen an der Zahl der Seniorinnen und Senioren in Wittenbach könnten es durchaus noch mehr sein», sagt Bölli mit einem Schmunzeln. Für die Zukunft setzt er auf das bewährte Fundament: «Wir müssen keine neuen Wege gehen. Entscheidend ist, dass wir die Bedürfnisse ernst nehmen und unser Angebot laufend daran ausrichten.»
Was vor 125 Jahren mit der «Pflege der Geselligkeit und Gemütlichkeit» begann, hat bis heute Bestand. Der Verein 60plus bringt Menschen zusammen, fördert den Austausch und schafft Raum für Gemeinschaft. Ein Auftrag, der auch nach 125 Jahren nichts von seiner Bedeutung verloren hat.