24. März 2026
Der Wittenbacher Res Knobel sorgt in der Region St.Gallen und Rorschach dafür, dass sich Wandernde auf eine klare Signalisation verlassen können. Ehrenamtlich, mit Herzblut und mit über 100 Stunden jährlich.
Mit dem Frühling beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres: die Wandersaison. Ob eine kurze Feierabendrunde oder eine ausgedehnte Tagestour – dank des dichten Wanderwegnetzes finden sich auch in der Region unzählige attraktive Routen. Allein im Kanton St.Gallen stehen rund 4400 Kilometer Wanderwege zur Verfügung. Damit diese sicher und zuverlässig begangen werden können, sorgt der Verein der St.Galler Wanderwege für eine einwandfreie Signalisation.
Verantwortung für 340 Kilometer
Seit über 20 Jahren engagiert sich der Wittenbacher Res Knobel ehrenamtlich als Regionsleiter des Vereins St.Galler Wanderwege. Sein Verantwortungsbereich umfasst die Region St.Gallen und Rorschach mit 13 Gemeinden, 340 Kilometer Wanderwege und rund 320 Wanderwegweiserstandorte. „Sämtliche Wege werden einmal jährlich abgelaufen und die Signalisation kontrolliert“, berichtet Knobel, „wir reinigen, warten oder ersetzen Wegweiser, frischen Markierungen auf oder bringen neue an.“ Bei beschädigten Wegen erfolgt eine Meldung an die Gemeinde, welche die Instandstellung übernimmt.
Über 100 Stunden im Einsatz
Unterstützt wird Knobel von seiner Frau und von fünf freiwilligen Helfern – allesamt Pensionäre mit Freude an der Natur und am Wandern und einem gewissen handwerklichen Geschick. Als Regionsleiter koordiniert er die Einsätze, teilt die Wegstrecken ein und erledigt administrative Arbeiten. Zwischen 100 und 150 Stunden investiert Res Knobel jedes Jahr in diese Tätigkeit. «Ich war immer aktiv und habe Freude daran, mich einzubringen», sagt Knobel, «und solange wir gesund sind, machen wir das gerne weiter.“ Sobald der Schnee geschmolzen ist, beginnt die Saison. Die kantonalen Wege müssen bis Ende Juni kontrolliert sein, die lokalen bis etwa Anfang August. Auch spontane Meldungen aus der Bevölkerung werden möglichst rasch bearbeitet. Das Ziel ist klar: „Wanderer sollen sich das ganze Jahr auf die Signalisation verlassen können“,
Herausforderungen am Wegesrand
Sein Engagement erfordert nicht nur Zeit und körperliche Fitness, manchmal ist auch Verhandlungsgeschick gefragt. Aktuell beschäftigt Knobel ein Konflikt mit einem Landwirt. Dieser hat einen Wegweiser auf seinem Grundstück kurzerhand entfernt, nachdem Knobel und sein Team diesen von herunterhängenden Ästen freigeschnitten hatten. „Nun ist der entsprechende Gemeindepräsident involviert und ich hoffe, wir finden eine gute Lösung.“ Glücklicherweise sind solche Konflikte selten – in 20 Jahren seien es gerade einmal drei gewesen.
Verbunden mit der Region
Im Laufe der Jahre hat Knobel fast jeden Meter seines Gebiets begangen. «Ich müsste lange überlegen, wo ich noch nicht war», sagt er schmunzelnd. Eine eigentliche Lieblingsroute hat er zwar nicht, doch der Sitterstrandweg liegt ihm besonders am Herzen. Während seiner Zeit als Bauverwalter in Wittenbach hat er ihn vor fast 50 Jahren gemeinsam mit Studierenden erschlossen. „Nebst der schönen Landschaft im Sittertobel ist dort auch ein Stück persönliche Geschichte dabei.“
Wer das nächste Mal auf den Wanderwegen unterwegs ist und sich über eine klare und gut sichtbare Signalisation freut, darf sich daran erinnern, dass in jedem Wegweiser ein Stück ehrenamtliches Engagement steckt.
(Autorin: Isabel Niedermann)


